Susanne Gottschalk liest aus "Der geheimnisvolle Himbeerwald" - YouTube
 

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Manuskript - Der geheimnissvolle Himbeerwald ....

copyright: Susanne Gottschalk: Der Geheimnisvolle Himbeerwald

Der erste Abend

Die kleinen grünen Blätter der jungen Himbeeren wisperten immer lauter „liebe Tanne“ ja sie himmelten den großen stattlichen        Tannenbaum richtiggehend an, eine nach der anderen, „erzähle deine Geschichte, bitte, bitte, die du auch Großhimmelbeeroma erzählt hast, die von dem Ungeheuer und die von deinen Tränen, v v v von d d den A A Aus- und B B Begrabungen“ stotterte eine ganz ganz kleine Himbeere und wurde so schnell rot dabei, dass sie vor Ehrfurcht beinahe abfiel. „Eine Geschichte, eine Geschichte“ säuselte das Gras, „die Geschichte, genau die Geschichte“ brubbelte ein großer glänzender Mistkäfer und suchte sich unter den Quittenblättern der Apfelquitte, einen schönen Platz. „Ja die Geschichte, die Geschichte“ surrten nun auch die Mücken, tanzten vor Freude um die Birnenquitte, die traurig birnenzittrig quittenmüßig tief seufzte und murmelte „ hat ja doch keinen Zweck, hat ja doch keinen Zweck, alle weg, alle weg.“ Verstohlen rollten die Tautropfen des Morgens als Tränen über ihre neue Brille, die sie sich gerade von der großen alten Spinne hatte machen lassen. „Eine Geschichte? Die Tanne kann eine Geschichte erzählen?“ piepsten drei klitzekleine Feldmäuse unter dem riesigen Brombeerbusch und sausten davon. „Wollt ihr wohl hier bleiben!“ schrie die Mäusemama wütend hinterher! „Lass sie doch“ brummte nebenan der Maulwurf aus seinem frischen Haufen „ lass sie doch, es ist ja auch die schönste Geschichte, die wir jemals gehört haben“, „stimmt“ seufzte die Mäusemama traurig, setzte dann nicht ganz so wütend mehr hinzu, „nicht Mal vor einem Katzenschwanz hat die Bande Angst.“

 „Hat keinen Zweck, hat keinen Zweck, alle weg, alle weg“ summte nun tränenüberströmt immer noch die duftende Birnenquitte. „Hör doch endlich auf zu Heulen“ schimpfte der stattliche Mistkäfer „ es hat schon genug geregnet und außerdem, sonst fängt die Tanne auch noch an und dann können wir lange warten!“

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Zitternd vor Aufregung, eine Petersilienwurzel schnurpsend, saßen die drei kleinen Mäuse mit dem Maulwurf, der nun doch ganz langsam schlurfend dazugekommen war, um auf die Piepslinge aufzupassen, auf einem warmen Stein und ließen die Beine baumeln. Ein lautes Rauschen ging durch die Buchenhecke, die in der Nähe der Tanne wuchs, sie murmelten „Buchen sollst du suchen, Buchen sollst du suchen“. „Aber nur bei Gewitter!“ mischte sich endlich der riesengroße Birnenbaum ein, streckte seine langen riesigen knorrigen Äste weit in den verwilderten Garten hinaus, neckte die kleinen lustigen Früchte der flotten Süßkirsche und streichelte die duftenden Zweige der Apfel- und Birnenquitte, die nun beide unentwegt Tautropfentränen regnen ließen, aber nur noch ganz leise seufzten „hat doch keinen Zweck, hat doch keinen Zweck, alle weg, alle weg“, niesend und brubbelnd spannte der Mistkäfer seinen Allwetterregenschirm auf, stöhnte nur „diese Heulsusen“ blieb aber ruhig sitzen.

Aber die Tanne schwieg noch immer, sie war groß und hoch geworden, wie der Birnenbaum, konnte weit über welligen Acker sehen, der goldgelb am Himmel endete, dort wo das Meer rauschte, ja, sie wusste was das war, das Meer, sie wusste noch viel mehr, ihr kleiner brauner Eichkater sauste noch einmal vor Aufregung am Stamm rauf und runter, kuschelte sich neben drei dicken Tannenzapfen zurecht und wartete geduldig.

Inzwischen war auf dem Boden eine ganze Armee von Ameisen aufgetaucht, formierte sich wie ein ganzes Batallion Zinnsoldaten und bildete fast geräuschlos einen geordneten Haufen. Die Marienkäfer staunten lauter neue Punkte zusammen, als sie hörten, dass die Ameisen, extra von der Königin frei bekommen hätten, nur die Ammen mussten bleiben, eine Ameise ohne jegliche Arbeit, da muss man ja vor Schreck einen neuen Punkt bekommen. „So ein Auflauf, so ein Geschrei!“ schleimte, schleppend, wütend eine Horde brauner Nacktschnecken. „Haut bloß ab!!“, brüllte eine große graubraune Unke aus einem winzigen dichtbewachsenen Teich unter einem rotbäckigen Apfelbaum „ ich lasse gleich von den Parkplatzratten eine Flasche Bier holen und auf euch niederkippen, dann hat sich das ausgeschleimt!! „Schleimend, schlierend, schmollend verzog sich daraufhin der wabblige Haufen unter ein großes Rhabarberblatt. Zwei aufmerksam dreinblickende hellbraun leicht gestreifte Weinbergschnecken stürzten erschrocken bei dem Gebrüll in ihre hübschen Häuschen zurück und rollten noch tiefer in den Himbeerwald. Pleung, pleungg, pleunnggg !!!, machte es mit einem Mal in der Tanne, der niedliche Eichkater war eingeschlafen ein paar Etagen in der Tanne heruntergerutscht, „Oi, oi, oi“ machte er erschrocken, rieb sich die blanken braunen Äuglein und sauste schnell wieder zu seinen drei Tannenzapfen, nun rührte sich auch endlich die Tanne, murmelnd, rauschend, zitternd ein paar Nadeln verlierend beim Recken und Strecken, seufzte laut auf, glänzendes Harz rollte träge den langen Stamm entlang, „siehste, siehste“ grummelte der kleine dickbäuchige Maulwurf „nun heult, die auch noch“ – „nee, nee“ kam es aus dem Birnenbaum, indem noch etliche vorlaute Spatzen und andere weit besser singende Artgenossen es sich gemütlich gemacht hatten. „Gleich fängt sie an zu erzählen, das sind doch keine Tränen, sondern“ einer der aufgeplusterten Spatzen wollte sich gerade in nähere Erläuterungen stürzen..., „Ruhe“ polterte der prächtige Birnenbaum „und benehmt euch anständig, ich bin keine öffentliche Toilette.“

  

 

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